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GOP 33053: So rechnen Sie die Fraktursonografie bei Kindern ab
12,77 Euro extrabudgetär – ohne Röntgengerät, ohne Strahlenschutzauflagen, mit dem Sonografiegerät, das in den meisten Praxen ohnehin steht. Seit dem 1. Oktober 2025 ist die Fraktursonografie bei Kindern über die neue GOP 33053 Bestandteil des EBM. Was die Ziffer abdeckt, wo ihre Fallstricke liegen und warum sich der Blick auf die UV-GOÄ zusätzlich lohnt.
Die Eckdaten der GOP 33053
Der Gemeinsame Bundesausschuss hatte die Fraktursonografie mit Beschluss vom 17. Oktober 2024 in die Richtlinie Methoden vertragsärztliche Versorgung aufgenommen; der Bewertungsausschuss setzte die Leistung in seiner 798. Sitzung zum 1. Oktober 2025 in den EBM um.
Merkmal | Regelung |
GOP | 33053 |
Bewertung | 103 Punkte (12,77 €) |
Vergütung | zunächst extrabudgetär |
Indikation | Verdacht auf Fraktur eines langen Röhrenknochens der oberen Extremität (Humerus, Radius, Ulna) |
Altersgrenze | Neugeborene, Säuglinge, Kleinkinder und Kinder bis zum vollendeten 12. Lebensjahr |
Voraussetzung | Genehmigung der Kassenärztlichen Vereinigung |
Berechtigt sind Fachärzt:innen für Allgemeinmedizin, Radiologie, Kinder- und Jugendmedizin, Orthopädie sowie des Gebiets Chirurgie – Orthopädie und Unfallchirurgie zählt nach der (Muster-)Weiterbildungsordnung 2018 zum Gebiet Chirurgie.
Drei Fallstricke, die Sie kennen sollten
Die Ziffer klingt einfach, hat aber Regeln, die in der Praxis schnell zu Absetzungen führen können.
Keine Verlaufskontrolle. Die GOP 33053 darf ausdrücklich nur für die initiale Frakturdiagnostik angesetzt werden – Stellungs- und Konsolidierungskontrollen sind nicht über sie abrechenbar.
Reihenfolge am selben Tag. Wird am selben Tag geröntgt, ist die Fraktursonografie nur abrechenbar, wenn sie zeitlich vor der Röntgenuntersuchung erfolgt ist. Das entspricht der klinischen Logik – der Ultraschall als Erstdiagnostik, das Röntgen als Ergänzung bei besonderen Befunden, etwa nachgewiesenem Ellenbogenerguss oder Verdacht auf intraossäre Zysten am proximalen Humerus.
Ausschlüsse beachten. Die GOP 33053 ist unter anderem nicht neben den GOP 33050 und 33081 berechnungsfähig. Wer also denselben Bereich zusätzlich konventionell sonografisch abbilden will, sollte die Fußnoten der Ziffer kennen.
Der oft übersehene zweite Hebel: die UV-GOÄ
Bei Schul- und Kita-Unfällen rechnet die Praxis nicht mit der GKV ab, sondern mit der gesetzlichen Unfallversicherung – und dort ist die Fraktursonografie bereits seit August 2024 attraktiver gestellt als das Röntgen. Nach Angaben des Berufsverbands der Deutschen Chirurgie (BDC) lassen sich für den Frakturultraschall die Ziffern 410 (17,81 €) und 411 (38,30 €) kombinieren, zusammen 56,11 € – das Röntgen in zwei Ebenen liegt bei 40,12 €. Und: Im UV-Bereich gilt die Regelung für alle langen Röhrenknochen und bis zum 18. Geburtstag, also deutlich breiter als im EBM.
Da ein erheblicher Teil kindlicher Frakturen aus Schul-, Kita- und Wegeunfällen stammt, summieren sich beide Abrechnungswege im Praxisalltag.
Was noch offen ist
Der Bewertungsausschuss prüft bis zum 30. September 2027, in welchem Umfang die neue Leistung Röntgenuntersuchungen ersetzt (Teilsubstitution) und ob die Gesamtvergütung entsprechend bereinigt wird. Ob die GKV-Abrechenbarkeit künftig – wie im UV-Bereich – auf weitere Körperregionen und auf Jugendliche zwischen 12 und 18 ausgeweitet wird, ist laut BDC derzeit nicht absehbar.
Ohne KV-Genehmigung keine Abrechnung
Die Genehmigung Ihrer Kassenärztlichen Vereinigung ist die Eintrittskarte – geregelt in der Qualitätssicherungsvereinbarung Ultraschalldiagnostik. Welche Qualifikation Sie dafür nachweisen müssen und welche Übergangsregeln gelten, beleuchtet der nächste Beitrag dieser Serie im Detail. (→ interner Link auf Artikel 3)
Den Qualifikationsnachweis selbst können Sie sich am 21./22. November 2026 in Hamburg holen: Die DEGUM-zertifizierten Leitlinienkurse der Weiterbildung für Medizinberufe unter wissenschaftlicher Leitung von PD Dr. med. Christian Tesch (DEGUM III, Mitautor der S2e-Leitlinie) vermitteln Theorie und Praxis in Kleingruppen; beide Module zusammen sind als Abschlusskurs nach KBV-Richtlinien anrechenbar. Teilnahmegebühr: 550 € pro Modul inkl. MwSt. und Vollverpflegung; Ärzt:innen in Weiterbildung sowie Mitglieder von BDC und VSOU erhalten 50 € Rabatt pro Modul (Nachweis erforderlich).
Häufige Fragen zur GOP 33053
Wie hoch ist die Vergütung der GOP 33053?
103 Punkte, das entspricht 12,77 €. Die Leistung wird zunächst extrabudgetär vergütet, fließt also nicht in die morbiditätsbedingte Gesamtvergütung ein.
Für welche Patient:innen gilt die GOP 33053?
Für Neugeborene, Säuglinge, Kleinkinder und Kinder bis zum vollendeten 12. Lebensjahr mit Verdacht auf Fraktur eines langen Röhrenknochens der oberen Extremität.
Darf ich die GOP 33053 für Verlaufskontrollen ansetzen?
Nein, die Ziffer gilt ausschließlich für die initiale Frakturdiagnostik.
Welche Fachgruppen dürfen die GOP 33053 abrechnen?
Fachärzt:innen für Allgemeinmedizin, Radiologie, Kinder- und Jugendmedizin, Orthopädie sowie des Gebiets Chirurgie – jeweils mit KV-Genehmigung.
Lohnt sich die Fraktursonografie auch bei Schulunfällen?
Ja. In der UV-GOÄ ist sie mit 56,11 € (Ziffern 410 + 411) besser vergütet als das Röntgen in zwei Ebenen (40,12 €) – und dort sogar bis zum 18. Geburtstag und für alle langen Röhrenknochen.
Quellen: KBV-Praxisnachricht „Fraktursonografie bei Kindern ab Oktober neu im EBM" vom 14.08.2025 (kbv.de); Beschluss des Bewertungsausschusses, 798. Sitzung (kbv.de); KV Nordrhein, Meldung vom 26.08.2025 (kvno.de); BDC: „Die strahlenfreie Frakturdiagnostik im Kindes- und Jugendalter wird Bestandteil der Regelversorgung" (bdc.de/frakturultraschall); Medical Tribune: „Kinderunfall: Wann sich GOÄ, EBM und UV-GOÄ unterscheiden" (medical-tribune.de). Stand der Angaben: Juni 2026 – Vergütungsbeträge können sich mit dem Orientierungswert ändern.